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Reisebericht - Autorundreise nach Maß

Ingeborg und Caroline

Ingeborg und Caroline machten eine Autorundreise nach Maß.

Er glänzte uns schon an der Automietstation entgegen, der graue Ford Ka, in dem wir sechs Tage lang Irland entdeckten. Unsere beiden Taschen passten genau in den Kofferraum. Nachdem wir alles Mögliche ausprobiert haben – denn links fahren erfordert etwas andere Techniken als das Rechtsfahren – fuhren wir, Mutter und Tochter, los zu unserem ersten B&B in Dublin. Der TomTom funktionierte gut und es war nicht allzu viel Verkehr, sodass wir recht schnell bei unserem B&B, Aghadoe House in Glasnevin, uns irgendwie vertan haben und daran vorbei fuhren. Aber keine Sorge. Der Ford Ka hatte auch einen Rückwärtsgang. Wir wurden herzlich empfangen vom Herrn des Hauses, der uns bei einer Tasse Tee sofort erzählte, wie wir am besten in die Stadt gelangen konnten. Den Ka haben wir beim B&B stehenlassen.

Dublin

Wir hatten nur einen Nachmittag in Dublin und wollten alles mitnehmen. Nach einer Stadtrundfahrt von anderthalb Stunden gingen wir zum Trinity College, um das wirklich einmalig schöne Book of Kells aus dem Jahr 800 zu bewundern, und die überwältigende Bibliothek. Ein kurzer Spaziergang durch die Stadt führte uns u.a. zu Temple Bar, wo uns die irische Musik entgegen schallte. Wir wollten uns nicht sofort ins ‘Nachtleben’ stürzen, sondern erst noch eine Kirche besichtigen. Ehe wir dort ankamen, landeten wir aus Versehen bei der Queen of Tarts, wo wir uns labten an deren Apfel- und Beerenkuchen. Weil die Christ Church Cathedral aus uns bekannten Gründen geschlossen war, zogen wir zur St. Patrick’s Cathedral, wo wir eine Viertelstunde vor Torschluss beinahe als einzige herum liefen. Der Bus brachte uns wieder in die Nähe unseres B&B und das Porterhouse für unsere erste Mahlzeit im Pub.

Wicklow Mountains

Am nächsten Tag war es tatsächlich trocken, und wir fuhren quer durch Dublin zur Military Road, die uns in die Wicklow Mountains führen sollte. Wir schauten uns aus unserem Ford Ka sprichwörtlich die Augen aus. Was eine Schönheit, die kahlen Berge mit Aussichten, die vielen Blumen am Wegesrand und die nassen Füße, als wir kurz vom Weg ab kamen. Der Ka brummte zufrieden über die schmalen Wege, manchmal etwas gejagt von Menschen, die die Landschaft vielleicht nicht so zu schätzen wussten. In Glendalough tauschten wir unsere normalen Schuhe mit den Wanderschuhen aus und stiegen am Wasserfall entlang nach oben. Die Abwechslung und die Ausblicke über Seen und Täler unsere zwei Stunden Wanderung machten diese zu einem wahren Fest, und es war trocken. Der Regen fiel erst wieder, nachdem wir unsere Sachen im B&B Bracken in Anamoe abgestellt hatten – wo wir natürlich herzlich empfangen wurden – und nochmal los zogen. Jetzt führte der Ka uns über schmale Wege, an Hecken entlang, und wieder die wundervollen Ausblicke zu Meeting of waters. Die Tour endete im Regen in einem Pub, vor dem Essen.

Baltimore

Nach einem herrlichen, irischen Frühstück, von dem man den ganzen Tag lang zehren kann, beschlossen wir, über Kilkenny nach Baltimore zu fahren. Der erste Abschnitt führte uns noch durch die Wicklow Mountains, das Wetter sah bedrohlich aus und am Wicklow Gap hing dichter Nebel. Ich sah die Gespenster schon herum fliegen. Aber da war wieder die wunderschöne, karge Landschaft. Kilkenny war nett, aber wir empfanden es weniger attraktiv als in den Reiseführern beschrieben. Von Kilkenny nach Cork rauschten wir mit 120 über die Autobahn. Ich überholte sogar rechts, das erste Mal war das komisch, aber man hat sich schnell daran gewöhnt. Südlich von Cork begann unsere Tour entlang der Dörfer an der Küste, mit farbenfrohen Häusern und schönen Buchten, bis wir letztendlich ankamen bei unserem B&B, Canal View in Baltimore. Das schönste B&B, jedoch das mit der sachlichsten Eigentümerin.

Killarney

Am nächsten Tag sind wir von unserem B&B aus einen anderen Weg als wir wollten eingeschlagen. Es war ein sehr schmaler Weg, hügelaufwärts, mit Aussicht auf tiefe, grüne Täler mit Kühen und ein paar Häusern. Dann fuhren wir wieder durch dichte Wälder, um letztendlich an einen See zu gelangen, der im Grünen verborgen lag. Der Weg wurde etwas breiter, und wir landeten in Skibberbeen. Von dort aus setzten wir unseren Weg fort nach Glengariff. Hier entschieden wir uns, nicht über die N71 zu fahren, sondern die Querstraße über Bear Peninsula zu nehmen, von Adrigole nach Lauragh. Dies entpuppte sich als eine schmale Bergstraße in einem unbewohnten Teil von Irland, der mich irgendwie erinnerte an den Weg nach Ganden, in der Nähe von Lhasa in Tibet. Der sich schlängelnde Weg mit den kahlen Bergen. Von der Spitze mit der Christusstatue aus hatten wir eine phantastische Aussicht auf beide Buchten. Die Tour dauerte vielleicht etwas länger, aber dafür war sie eine Augenweide!

Und doch erreichten wir kurz nach Mittag Kenmare. Ein lebendiger Urlaubsort, wo alle Autos sich durch die schmale Einkaufsstraße drängen wollten. Zum Glück fuhr gerade jemand weg, sodass wir direkt vor unserer Lunch-Adresse parken konnten. Nach den Sandwiches stiegen wir wieder in unseren Ka und zogen frohen Mutes weiter nach Killarney. Was sich da vor unseren Augen auftat, ist mit keiner Feder zu beschreiben. Schroffe, kahle Berge, grüne Weiden und die vielleicht schönste Aussicht, die wir jemals zu Gesicht bekommen haben! Nein, nicht Ladies View, sondern genau davor, wo kahle Berge und drei hinter einander liegende Seen sich vor einem entfalten in einer unwirklichen Landschaft. Es hat uns die Sprache verschlagen. Ladies View ist auch toll, aber hat eben nicht die drei Seen auf ein Mal. Der Weg schlängelt sich weiter durch eine phantastische Landschaft, mit ab und zu Blick auf die Seen und dann wieder durch dichtes Waldgebiet. Der Wasserfall war schön, konnte aber Muckross House das Wasser nicht reichen. Wenn man durch das Haus geht, erwartet man jeden Augenblick die letzten Bewohner, die in ihrer Abendgarderobe zu einer der Türen hereinkommen. Leider blieb uns keine Zeit mehr für einen Spaziergang durch den Nationalpark.

Unser B&B, Mountain Dew, war ruhig gelegen und dennoch nahe am Ort, sodass wir abends zu Fuß ins Pub gehen konnten, um dort etwas zu essen, unser erstes Glas Guinness zu trinken, und der unvermeidlichen irischen Musik zu zuhören. Das B&B hatte ein phantastisches Frühstück mit 17 Sorten Cereals, Müsli, frischem Obst und dazu noch ein irisches Frühstück. Den letzten, ganzen Tag verbrachten wir am Ring of Kerry. Auch hier führte unser Ka uns zu kargen Bergen, grasgrünen Weiden und ganz viel verschiedenen Blumen, unter anderem ‘wilden’ Fuchsien. Weil wir gerne per Boot zu den Skellig Inseln wollten, fuhren wir über Portmagee. Leider fuhren die Boote um drei Uhr, oder waren bereits ausgebucht. Aber unser Besuch in Portmagee brachte uns dann zum Ring of Skellig, eine Route entlang der Küste, Klippen und Berge, über schmale, kurvenreiche Wege und mit erneut sehr schönen Ausblicken. Unser Ka fuhr bergauf und bergab, uns wir genossen. Dieser Ring endete unserer Meinung nach in Waterville, einem verträumten Örtchen am äußersten Zipfel der Halbinsel. Nach dem Besuch einer keltischen Festung – auf dem Weg dorthin konnten kaum zwei Autos aneinander vorbei – und wieder einer wundervollen Aussicht über die Seen, parkten wir den Ka bei unserem B&B. Ein kurzer Spaziergang brachte uns zu einem anderen Pub, zum essen und Musik hören.

Am letzten Tag regnete es. Die Landstraße nach Cork war an mancher Stelle etwas schmal und, wie alle Wege, auf denen wir in Irland fuhren, kurvenreich. Nach einem Kurzbesuch in Cork haben wir das treue Auto am Flughafen abgegeben und war unsere hervorragend organisierte Irlandreise leider vorbei. Aber wir kommen sicher wieder.

Herzliche Grüße,

Ingeborg Schuitemaker & Caroline Recter

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